Gedanken zu den Kar- und Ostertagen von M. Sophia

„Und nun treten wir ein in die Heilige Woche und feiern das Geheimnis des Todes und der Auferstehung unseres Herrn. Wir gehen mit Jesus durch die Erfahrung des Gartens Getsemani. Wir hören seine Verzweiflung „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ (Mt 27,46). Aber auch: „Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille“ (Lk 26,42).

Gehen wir diesen Weg ganz bewusst mit Jesus mit. Jesus geht bis ans Äußerste. Er hält am Willen Gottes fest – trotz aller Enttäuschung durch seine Jünger: „Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?“ (Mt 26,40) Er gibt sich im Tod ganz in Gott hinein: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“. (LK 23,46) Im Festhalten an Gott wird seine Liebe zu uns endgültig offenbar. In seinem Leiden hat Jesus den Teufelskreis des Bösen durchbrochen: er hat Hass mit Liebe beantwortet. Gott hat sich auf seine Seite gestellt. Jesu Auferweckung ist die Bestätigung Gottes seines Handelns. Seine Liebe hat das Tor geöffnet zu einem neuen Leben. Seine Liebe hat uns von der Macht des Todes befreit.

Durch seine Liebe bleibt er uns nahe, auch in unserem größten Versagen. So können wir auch hoffen gegen alle Hoffnungs- und Mutlosigkeit. Wir haben in scheinbarer Ausweglosigkeit allen Grund, den Mut nicht sinken zu lassen. Dies wirkt sich auch auf die Qualität der Beziehungen aus, die wir zu unseren Mitmenschen haben.“