Aus der Meditation zum Jahresleitwort von M. Sophia
„In dem vergangenen Jahr haben wir unseren Blick auf das Zentrum unserer Kirche gerichtet: auf die Gegenwart des Herrn, der in unserer Mitte ist. In diesem Jahr soll die Bewegung nach draußen im Mittelpunkt stehen. Diese Bewegung ist in unserer Kirche gleichermaßen angelegt. Da sind die geschwungenen Bänke, die wie eine immer kleiner werdende Welle den Raum weiten und in die Ferne weisen. Und da sind die Halbkreise, die auch in der Breite die Raumgrenzen sprengen und sich erst außerhalb der Kirchenmauern zum Kreis schließen. Konzentration, aber auch Weite und Dynamik liegen in unserem Kirchenraum.
Diese Aus-Wirkungen der Mitte sollen uns in dem Leitwort „Hoffnung, die uns erfüllt“ (vgl. 1 Petr 3, 15) mit auf den Weg gegeben sein. Von der Mitte geht die Hoffnung aus; sie teilt sich mit, will weitergetragen und verkündet werden.
Was kommt mir spontan beim Hören dieses Wortes? Vielleicht werde ich erinnert an Erfahrungen, wo mir neue Hoffnung geschenkt wurde; wo es plötzlich leichter wurde und mir neue Kraft zugewachsen ist, obwohl dass Schwere noch gar nicht weg war und Aussicht auf Änderung nicht am Horizont stand. Vielleicht habe ich Menschen vor Augen, die Hoffnung ausstrahlen und mit ihrer Haltung, mit ihrem Leben, mit ihrem Einsatz Hoffnung schenken.
Ohne Hoffnung, ohne Zukunft können Menschen nicht leben. Die Hoffnung, von der Petrus in seinem Brief schreibt, ist nicht eine Hoffnung, die sich ein besseres Leben erwünscht; es ist keine Hoffnung, die von einer besseren Welt träumt oder sich in eine Vergangenheit versetzt, wo alles so sicher und klar war oder zumindest so erschien. Es ist die gekreuzigte Hoffnung des Auferstandenen, die der Gott der Hoffnung in den Menschen, die an ihn glauben, in die Welt bringt.“