Jahresleitwort 2025
Auch in diesem Jahr möchten wir Ihnen das neue Jahresleitwort für unsere Gemeinschaft vorstellen. Dieses Wort begleitet uns seit dem Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent. Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich mit uns im Laufe des Jahres immer wieder an dieses Leitwort zu erinnern, sich daran auszurichten und so ein Stück Weggemeinschaft mit uns Schwestern erfahrbar werden zu lassen.
Im Folgenden finden Sie Gedanken aus einer Adventsmeditation von M. Sophia.
Aus einer Meditation zum Jahresleitwort „Wohlan, preist den Herrn“ (Ps 134)
Was ist der Sinn meines Lebens, unseres Lebens? Wozu sind wir Menschen da? Wozu lebe ich? Warum lebe ich so, wie ich lebe?
Solche oder ähnliche Fragen begleiten unser Leben, das Leben einer Gemeinschaft – mal mehr, mal weniger.
Diese Fragen sind uns dann besonders präsent, wenn etwas fraglich und unsicher geworden ist, nicht so läuft wie gewohnt oder wie wir es gerne hätten, in Zeiten des Umbruchs und der Krise. Gegenwärtig erfahren wir dies auf allen Ebenen in bislang wohl kaum erlebtem Ausmaß: In der Welt mit den vielen Krisen und Kriegen; in unserer orientierungslos wirkenden Gesellschaft; in der Kirche, die an Bedeutung verliert und um einen Weg in die Zukunft ringt.
Vielleicht denken wir manchmal: wenn doch endlich mal wieder Ruhe einkehren würde und alles wieder seine Ordnung hätte. Aber unsere Welt lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Tagtäglich erreichen uns neue Nachrichten, die uns aufhorchen, manchmal auch aufschrecken lassen; nicht wenige Leute sagen inzwischen, dass sie davon am liebsten nichts mehr wissen wollten und vielleicht geht es uns selbst manchmal auch so.
Und gerade dann, wenn alles in der Welt so zerbricht und auseinanderdriftet und die Zukunft so unsicher erscheint, könnte der Ps 134 aus unserer Komplet für uns eine Art Anker in der jetzigen Zeit sein. So soll der Vers aus Psalm 134 „Wohlan, preist den Herrn“ als Jahresleitwort über unserem neuen Kirchenjahr stehen.
In den Nächten unserer Zeit und Welt; in den Nächten unseres Lebens, in den Erfahrungen der Wüste, der Dürre und der Leere, der Ohnmacht: Gerade dann oder vielleicht trotz dieser Erfahrungen werden wir aufgerufen, Gott zu loben.
Manchmal gibt es Anderes, was sich in den Vordergrund in unserem Leben schieben kann, manchmal vielleicht auch unmerklich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir jeden Abend dazu aufgerufen werden, uns auf Gott auszurichten – ihn zu loben. In allem ist Gott gegenwärtig und geschieht Heil. Unser ganzes Leben ist Gebet und Verherrlichung Gottes.
Man würde Benedikt falsch verstehen, wollte man seine ausdrückliche Betonung des Lobpreises und des Gebets so deuten, als ginge es einzig und allein darum, Zeit zum Beten zu haben in der Abgeschiedenheit eines Klosters. Vielmehr gilt: Was wir im Lobpreis Gottes und im Gebet von Gott in Überfülle empfangen haben, nämlich seine Liebe und Barmherzigkeit, das Geschenk des verwandelten, weiten Herzens, sollen wir selbstlos weitergeben an andere Menschen, an die Welt.
Ihnen allen gesegnete Weihnachtstage,
Ihre Schwestern von Herstelle
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