Weihnachtsgruß

Gepriesen sei die himmlische
Barmherzigkeit, die sich zu
den Erdenbewohnern herabließ,
damit die kranke Welt
durch den Arzt, der in ihr
erschien, geheilt würde.
Ephräm der Syrer

Die Erde und der Stern von Bethlehem – sie stehen in einem Dialog miteinander. Zugleich sind Erde, Mond und Sterne eingebettet in den unendlichen Raum des Kosmos und das Geheimnis göttlicher Schöpfungsordnung.
Diese Federzeichnung unserer Schwester Kyrilla, entstanden vor über 50 Jahren, hat mit ihrer Weihnachtsbotschaft etwas Tröstliches und Aktuelles. Da ist der Stern von Bethlehem, der sich wie ein schützender Mantel über die Erde legt und mit seinen Strahlen das Dunkel hell macht. Was auch immer auf der Welt geschieht, wie auch immer der Mensch mit Gottes Schöpfungswerk umgeht und was er daraus macht: Der Stern steht da und wirkt, ganz still und doch unbeirrbar. Welch eine Hoffnung! Welch ein Trost!
Die himmlische Barmherzigkeit ist auf Erden erschienen. Sie kommt auch heute in unsere kranke Welt und schenkt Heil und Leben. Diese Verheißung ist uns in der Weihnacht neu zugesagt – auch in diesem Jahr. Kann ich das glauben? Kann ich das hoffen, kann ich mich auf diesen Stern einlassen und ihm folgen? Wo es jetzt ganz Nacht ist und alles trostlos und heillos erscheint auf unserer kranken Erde? Wo der Schmerz und das Elend zum Himmel schreit?
Der Stern, er steht da und wartet auf Antwort, auf meine Antwort. Wo diese Antwort gegeben wird – zögernd, zweifelnd, ringend, hoffend, vertrauend – da blitzt aus dem Dunkel ein Lichtschimmer auf; da springt aus der Trauer ein Funken Trost; da gibt es nicht nur Tod; da bestimmt das ‚Dennoch‘ das Leben, das ist der Glaube, dass das wahre Leben siegen wird, weil der Heiland der Welt erschienen ist.
Ich wünsche Ihnen mit allen Schwestern viel Licht und Trost zum Weihnachtsfest. Möge das ‚Dennoch‘ Ihr Leben bestimmen und mögen Sie sich behütet und geleitet wissen von dem einen wahren Arzt, der allein Heil und Leben schenken kann.
Äbtissin Sophia Schwede OSB

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