Ein Dank von M. Sophia

„Sorgt euch um nichts“ (Phil 4,6)

Angesichts der gegenwärtigen Pandemie und den aktuell hohen Infektionszahlen klingen die Worte des Apostels Paulus an die Philipper „Sorgt euch um nichts“ (Phil 4,6) fast wie aus einer anderen Welt. Grund genug, sich Sorgen zu machen, könnte man denken, hat ein jeder doch schon zu normalen Zeiten. Von der aktuellen Weltkrise braucht man da gar nicht erst zu reden. Doch die Aufforderung des Apostels ist alles andere als weltfern oder gar naiv. Denn Paulus belässt es nicht bei seiner Aufforderung, sich keine Sorgen zu machen, sondern er zeigt den Weg auf, wie man dennoch – trotz der Sorgen – mit seinem Leben von der Hoffnung sprechen kann; er schreibt den Philippern: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Phil 4,6).
Gerade jetzt braucht unsere Welt Menschen, die diese Botschaft des Paulus mit ihrem Leben verkörpern, die aus ihrer Gemeinschaft mit Jesus Christus heraus leben und die aktuelle Krise von daher zu bewältigen suchen. Menschen, deren größte Sorge es ist, Gott nahe zu sein (vgl. Ps 73,28) und die Kraft schöpfen aus dieser Nähe. Menschen, die in Gott ihren Frieden finden und die diesen Frieden in die Welt ausstrahlen.
Dass dies aktuell nicht einfach ist, so in der Christusverbundenheit zu leben und sich nicht von dem Corona-Alptraum beherrschen zu lassen, spüren wir alle. Wie froh wären wir doch alle, wenn endlich wieder Normalität herrschen würde. Wenn wir nicht ständig in Sorge sein müssten, was noch alles kommen wird und wie alles weitergehen kann.
Und dennoch: Die Zusage des Apostels Paulus gilt auch uns heute. Sagen wir uns einander diese Zuversicht gegenseitig zu, wenn wir zu verzweifeln drohen: Gott ist uns nahe – auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten. Bringen wir unsere Sorgen vor ihn im Vertrauen darauf, dass er mit uns geht auch in dieser Dunkelheit der Pandemie. Vertrauen wir auf das adventliche Licht, das der Prophet Jesaja dem Volk Israel ankündigt (Jes 9,1). Und werden wir so füreinander zu Propheten, d.h. zu Menschen, die sich nicht von der Unruhe dieser unheilvollen Zeit treiben lassen, sondern die die Gemeinschaft mit Christus zutiefst ersehnen und sich von ihr prägen lassen.
In dieser Hoffnung und Sehnsucht grüße ich Sie alle herzlich.
Mir ist es ein besonderes Anliegen, Ihnen auf diesem Weg für all die Gaben und Zeichen der Verbundenheit zu danken, die Sie uns in dieser für uns alle so sorgenvollen und schweren Zeit haben zukommen lassen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch weiterhin uns helfend zur Seite stehen könnten.
In herzlicher Verbundenheit
Ihre
Sr. Sophia Schwede
Äbtissin

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