Angela-300So wie jeder Mensch einmalig und unverwechselbar von Gott geschaffen ist, hat er auch seine einmalige und unverwechselbare Berufung. Es ist ein lebenslanger Prozess, dieser Berufung nachzuspüren und Schritt für Schritt den ganz eigenen Weg mit Gott zu finden. Es braucht immer wieder das aufmerksame Hinhören nach innen und nach außen, um den Ruf Gottes für das eigene Leben wahrzunehmen. Für das „Hören nach innen“ ist es wichtig, die ganz persönlichen Fähigkeiten und Talente zu entdecken, weiterzuentwickeln und dann auch zu sehen, wie und wo man sie für sich und andere gut einsetzen kann. Ebenso wichtig ist es, die eigene innere Stimme zu hören und seine Sehnsucht zu spüren, zu spüren, was einen im Innersten wirklich glücklich und lebendig macht, wohin es einen „zieht“. Immer wieder kann es aber auch äußere „Wegweiser“ auf dem Lebens- und Berufungsweg geben, die eine Richtung für den nächsten Schritt aufzeigen. Das können Begegnungen mit Menschen sein, besondere Ereignisse, ein Schrifttext, der einen anspricht … Es  braucht offene Augen, offene Ohren und ein offenes Herz, um diese oft so kleinen und doch wichtigen Zeichen zu entdecken. Hilfreich bei der Suche nach der eigenen Berufung kann auch ein Mensch sein, dem man sich anvertrauen und mit dem man über Erfahrungen, Fragen und Zweifel sprechen kann, wie z. B. ein geistlicher Begleiter oder eine geistliche Begleiterin. Dem eigenen, ganz persönlichen Anruf Gottes zu folgen, ist der Weg zu einem gelingenden Leben. Die Berufung zu einem Leben im Kloster ist ein Ruf auf einen besonderen Weg der Christusnachfolge neben vielen anderen möglichen Wegen. Wenn sich ein Mensch entschließt, in ein Kloster einzutreten, so ist das die Antwort eines liebenden Herzens auf den Ruf Gottes. Jede von uns Schwestern in Herstelle hat diesen Ruf anders erfahren – und erfährt ihn immer wieder neu. Es genügt nicht, einmal „Ja“ zu sagen. Nicht umsonst ist das erste Wort der Regel des Hl. Benedikt, nach der wir leben, das Wort „Höre!“. Es ist die Aufforderung an uns, jeden Tag neu aufmerksam zu werden, was Gott uns sagen möchte – im Gebet, bei der Arbeit, im Gespräch und im Umgang mit den Menschen um uns herum, im Lesen der Hl. Schrift, letztlich in allem, was uns begegnet. Jeden Tag neu sollen wir die Stimme Gottes in unserem Leben hören und seinem Ruf folgen – unser „Ja“ leben.

 

In einem Artikel, der am 30.9.2012 in der Kirchenzeitung „Der Dom“ erschien, erzählt unsere S. Caterina ihre Berufungsgeschichte.
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Anläßlich der Liboriwoche 2015 sprach Sr. Judith in einem „Glaubenszeugnis“ über ihre Motivation, als Ordensfrau zu leben und gab Einblick in ihren persönlichen Weg. Den Text der Ansprache können Sie hier nachlesen.
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